Kinderaugen leuchten sehen...

das war der Wunsch von Fritz Hofmann, als er im Jahr 1993, einen großen Teil seines Vermögens, das er sich im Laufe eines langen, arbeitsintensiven Lebens erworben hatte, zur Verfügung stellte, um zu helfen und Kinderwünsche zu erfüllen, die sonst unerfüllt bleiben würden.


Wer war Fritz Hofmann und was waren seine Beweggründe, bedürftigen Kindern zu helfen?

Fritz-HofmannFritz Hofmann war 1930 als junger Mann aus Hanau nach Bruchköbel gekommen. Er war gelernter Goldschmied und hatte den Kopf voller Ideen. Das Goldschmiedegewerbe war in Hanau nach dem 1. Weltkrieg nahezu zum Erliegen gekommen, und so arbeitete Fritz Hofmann als Diamantschleifer. In Bruchköbel erstand er ein Grundstück und baute eine Diamantschleiferei auf. Diamanten schleifen, das war damals im Umfeld der Stadt Hanau ein florierendes Gewerbe. Doch der erfolgreiche Geschäftsbetrieb, er beschäftigte bis zu 32 Mitarbeiter, fand ein schnelles Ende, als 1939 der 2. Weltkrieg ausbrach.

Als Fritz Hofmann 1946 aus der Gefangenschaft, die er in Kanada verbringen musste, zurückkehrte fand er sein Unternehmen in Schutt und Asche vor. Er ließ sich nicht entmutigen und suchte ein neues Erfolg versprechendes Betätigungsfeld. Was nach dem zerstörerischen Krieg am dringendsten gebraucht wurde, war Wohnraum. So studierte er Architektur und arbeitete engagiert am Wiederaufbau der damaligen Gemeinde Bruchköbel. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin baute er das erste Bruchköbeler Postgebäude und zahlreiche Wohnungen. Im Alter von 89 Jahren veräußerte er im Einvernehmen mit seinen Erben den Gebäudekomplex, den seine Kinder, ein Sohn und eine Stieftochter, nicht verwalten und bewirtschaften wollten und vererbte ihnen einen großen Teil des Erlöses.

Mit einem anderen Teil erfüllte er sich einen Wunsch, der in den letzten Lebensjahren mehr und mehr in ihm gereift war. Es war der Wunsch, Kindern, besonders denen, bei denen die Not groß war und bei denen oft das Notwendigste fehlte, zu helfen. Und um Kindern, bei denen Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke nicht selbstverständlich waren, ein Stückchen Glück zu schenken. Er wollte, das war sein Traum, „Kinderaugen leuchten sehen“.

Ob die Kriegswirren, die Flüchtlingsnot, das Elend während und nach dem Krieg seinen Wunsch gefördert haben oder ob er, gesegnet mit der Erfahrung und Weisheit eines langen Lebens erkannt hatte, wie wichtig glückliche Kinder für die Entwicklung, für den Wohlstand und Fortschritt einer Gesellschaft sind, das weiß niemand. Über seine Beweggründe hat er niemals gesprochen.


Das Vermächtnis des Fritz Hofmann

Fritz Hofmann war beseelt von dem Wunsch, Kindern zu helfen und Freude zu schenken. Er sah darin eine Aufgabe, die ihm sehr am Herzen lag. Seine erste Idee, die er dem damaligen Bürgermeister Helmut Irmen anvertraute war, einen modernen Kindergarten zu bauen und der Stadt Bruchköbel zu stiften. Helmut Irmen, der sich im Kostengefüge von Kindertagesstätten bestens auskannte, machte ihn auf die zu erwartenden hohen Folge-, Erhaltungs- und Betriebskosten aufmerksam und gemeinsam fanden sie in intensiver Zusammenarbeit einen anderen Weg, den Wunsch von Fritz Hofmann in die Tat umzusetzen.

Sie gründeten 1993 eine gemeinnützige Stiftung. Sie erhielt den Namen „Fritz-Hofmann-Hilfsfonds“. Nach der Erarbeitung der Stiftungsverfassung und dem Durchlaufen eines langwierigen Genehmigungsprozesses, wurde die Stiftung am 26. Mai 1993 beschlossen und am 25. Juni 1993 vom Regierungspräsidium Darmstadt als eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts genehmigt.

Fritz Hofmann hatte sich damit seinen Herzenswunsch erfüllt. Er starb 1994 im Alter von 90 Jahren und hinterließ ein großartiges Vermächtnis.