Welch‘ großes Glück es bedeutet, in Freiheit zu leben, denken zu können wie man will und reden zu können wie man denkt, frei sein, Spaß miteinander haben, der Fantasie ihren Lauf lassen, das wollten die Kinder-Kultur-Tage während der diesjährigen Herbstferien vermitteln. Ein bunter Strauß von Aktionen und Aktivitäten erwartete Bruchköbels Kinder in allen Altersstufen von 4 bis 14 Jahren.

Täglich von 09.00 bis 16.00 Uhr hatte die fantastische Kinder-Kreativ-Werkstatt im Kunstraum Artrium ihre Tore geöffnet. Das künstlerische Werken mit Hammer, Holz und Nägeln, das Malen mit Farben und Stiften auf Leinwänden, Papier und Pappe, das Gestalten mit Stoffen, Nähen und Dekorieren, das Komponieren von Perlen, Schmucksteinen und zufällig gefundenen Materialien brachte überraschende, kleine Kunstwerke hervor. Es wurden Geschichten gelesen und diskutiert, viele Ideen und Gedanken zum Thema Freiheit fanden ihre Verwirklichung an der gemeinsam erstellten großen Freiheitsstatue. Lob und Anerkennung für ein geschaffenes Werk, Liebe und Geborgenheit, die die Kinder erfahren haben, ein unbefangenes Miteinander zeichnete, die von Rainer und Christiane Gustke, inzwischen im zehnten Jahr geleitet Kreativ-Werkstatt aus.

Von Montag bis Freitag in allen Kindertagesstätten berichtete Dipl. Geologin Dr. Ingrid Glaub über „Ötzi“, den 5000 Jahre alten Steinzeitmenschen. In ihrer ganz besonderen, einfühlsamen Art auf Kinder einzugehen und ihre Neugier zu befriedigen, sprach und diskutierte sie mit den Kindern, wie die Menschen vor 5000 Jahren lebten, wie sie sich ernährten und wie sich kleideten. Sie zeigte, wie sie Getreidekörner mahlten, wie sie mit Pyrit und Zunderpilz Feuer entfachten. Mit großen Augen, neugierig und brennend interessiert, folgten die Kinder in unterschiedlichen Altersgruppen von drei bis 10 Jahren den spannenden Ausführungen und hatten anschließend zuhause, viel zu erzählen.

Zu Spiel und Spannung hatte die Stadtbibliothek Kinder ab 8 Jahre, am Montagnachmittag eingeladen. Im Team miteinander oder gegeneinander standen Spiele im gigantischen XXL-Format zur Verfügung. Spaß und Freude und die erregende Erwartung, zu gewinnen oder mindestens Revanche zu nehmen, beherrschten die Szene. Begleitet von den Damen der Stadtbibliothek, die gerne als Mitspielerinnen einsprangen, wenn es mal eng wurde, konnte jedes noch so schwere Spiel gemeistert werden. Da Konzentration und Anspannung hungrig machen, stand eine Hot-Dog- und Getränkestation bereit und sorgte für Durchhaltevermögen und neuen Elan.

Fantasien aus Pflanzen und Blumen lautete das Motto eines Workshops, zu dem die Blum Pflanzen- und Blumengalerie eingeladen hatte. Blumen und Pflanzen zu fantastisch schönen Kompositionen zu arrangieren ist eine große Kunst. Welche Blüten harmonieren besonders anmutig zu welchen Blättern? Welche Farben ergänzen sich ideal und bilden spannende Kontraste? Wie heißen die verschiedenen Pflanzen, und welche Pflege brauchen sie? Fragen über Fragen, auf die es professionelle Antworten gab. 8 bis 10 Jahre alt waren die teilnehmenden Kinder. Jedes durfte seine eigene Fantasie verwirklichen, Pflanzgefäß, Blüten, Blätter und alles, was gebraucht wurde, standen zur Verfügung. Und schließlich durfte jeder voller Stolz sein fantasievolles Kunstwerk mit nach Hause nehmen, um es zu verschenken.

Wir entwerfen einen Traum in Weiß war das Versprechen von Semiha Bähr, Modedesignerin und Inhaberin von Semiha Bähr, Bridal Conture. 15 Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren, waren der Einladung gefolgt und konnten miterleben wie ein traumhaftes Brautkleid entsteht. Wie eine Idee Gestalt annimmt hat Semiha Bähr an einer Staffelei dargestellt, bevor sich die interessierten Mädchen an einem eigenen Entwurf versuchen konnten. Auf einem DINA 4 Blatt zeichneten die Nachwuchsdesignerinnen ihren Entwurf, Semiha Bähr begutachtete die verschiedenen Ideen, gab den ein oder anderen Tipp, ergänzte die Zeichnung durch ein Stück Spitze oder Seide, und war voll des Lobes über die Aufmerksamkeit und den Elan mit dem die Mädchen an die Arbeit gingen. Ein köstliches kleines Frühstück, zur Verfügung gestellt von der AWO, machte zusätzlih den Morgen zu einem Vergnügen.

Getanzt, gelacht und getwistet wurde am Donnerstag. Dort wor Tanz, Bewegung und Lebensfreude zuhause sind, in der Tanzschule Lutz. 28 Mädchen und Jungen von 6 bis 10 Jahren lauschten zunächst gespannt der Einführung der jungen Tanzlehrerin, bevor sie sich in der Gruppe an die ersten Tanzschritte wagten. Sie waren erstaunt, wie schnell es ihnen gelang, sich nach einer einfachen Choreografie zu bewegen. Immer lockerer wurden die Bewegungen und der Spaß immer größer. Schließlich wurde zu verschiedenen Musikrichtungen getanzt, Charts, Beat, Pop und Zumba, dass das Parkett wackelte. Es war ein toller Vormittag, Freude pur und für den einen oder anderen, die Entdeckung eines bisher unentdeckten Talents.

Dass Musik, selbst machen, selbst Musizieren einen Riesenspaß machen kann, zeigte die Musikschule Bruchköbel eindrucksvoll im Neues Spielhaus. Kinder ab 4 Jahre, Jugendliche und selbst Erwachsene waren eingeladen, ihren Traum, ein Musikinstrument spielen zu können, zu verwirklichen. Die Dozenten der Musikschule Bruchköbel standen bereit, um die verschiedenen Instrumente zu präsentieren, ihren Klang erlebbar zu machen und die Handhabung zu erläutern. Selbstverständlich konnte jeder Besucher „sein“ Instrument selbst ausprobieren. Streichinstrumente wie Violine und Cello, Blasinstrumente wie Flöte, Klarinette, Trompete und Saxofon wurden vorgestellt, auch an Klavier, Keyboard, Gitarre und E-Gitarre konnten sich die Kinder versuchen. Die Nachfrage war groß, das Selberprobieren machte sichtlich Spaß und vielleicht war das hier und da der Auftakt für den einen oder anderen neuen Musiker.

In einer kleinen Abschlussveranstaltung im Kunstraum Artrium, zeigten sich Lutz Heyer und Werner Zimmermann vom Vorstand der Fritz-Hofmann-Stiftung sehr erfreut über die wachsende Beliebtheit der Kinder-Kultur-Tage. Für 10 Jahre herausragende Leitung der Kinder-Kreativ-Werkstatt überreichten sie Christiane und Rainer Gustke die große Dankesurkunde der Fritz-Hofmann-Stiftung. Bürgermeister Günter Maibach schloss sich dem Dank an, freute sich über die Arbeit aller Beteiligten und den kulturellen Beitrag der Stiftung für die Kinder unserer Stadt.